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Immobilienverkauf

Mit Makler oder privat verkaufen? Ein ehrlicher Vergleich aus der Praxis

Von Marcel Liebetrau, Geschäftsführer · Aktualisiert im August 2026 · Lesezeit ca. 6 Minuten

Persönliche Maklerberatung bei der Trialog Makler Gruppe in Gütersloh
Foto: Trialog Makler Gruppe
Das Wichtigste in Kürze

  • Privat verkaufen spart die Provision — kostet aber Zeit, Verhandlungsposition und oft Verkaufspreis: Der häufigste Fehler ist ein falsch angesetzter Angebotspreis.
  • Ein guter Makler verdient seine Provision an drei Stellen: realistische Preisstrategie, geprüfte Käufer mit Finanzierungsnachweis und Verhandlungsführung.
  • Privatverkauf kann funktionieren — wenn Sie Marktkenntnis, Zeit für Besichtigungen und Erfahrung mit Kaufverträgen mitbringen.
  • Entscheidend ist nicht die Provision, sondern was netto nach Verkauf und Aufwand übrig bleibt.

Was Privatverkäufer unterschätzen — und was nicht

Vorweg, weil es zu einem ehrlichen Vergleich gehört: Es gibt Verkäufe, die privat gut funktionieren. Wer sein Objekt an den Nachbarn oder innerhalb der Familie verkauft, den Markt kennt und keine Eile hat, braucht nicht zwingend einen Makler. In allen anderen Fällen sehe ich in der Praxis immer wieder dieselben drei Punkte, an denen Privatverkäufe Geld verlieren.

1. Der Angebotspreis

Die meisten Eigentümer setzen den Preis nach Gefühl, Nachbarschaftsgesprächen oder Online-Rechnern an — und damit zu hoch oder zu niedrig. Zu niedrig kostet direkt Geld. Zu hoch kostet indirekt: Das Objekt steht Monate in den Portalen, Interessenten werden misstrauisch („Warum verkauft sich das nicht?“), und am Ende wird unter dem realistischen Marktwert verkauft. Eine belastbare Wertermittlung aus Vergleichsdaten, Objektzustand und Lage ist die halbe Vermarktung.

2. Die Käuferprüfung

Der schmerzhafteste Moment im Privatverkauf: Man einigt sich, reserviert, wartet — und die Finanzierung des Käufers platzt sechs Wochen später. Wir lassen uns von ernsthaften Interessenten vor der Kaufzusage eine Finanzierungsbestätigung vorlegen; weil bei Trialog die Baufinanzierung im eigenen Haus sitzt, können wir die Machbarkeit oft direkt einschätzen. Das erspart geplatzte Notartermine und monatelange Rückschläge.

3. Die Verhandlung

Als Eigentümer verhandeln Sie über Ihr eigenes Zuhause — mit allen Emotionen, die dazugehören. Käufer nutzen das. Ein Makler verhandelt mit professioneller Distanz, kennt die üblichen Einwände (Renovierungsstau, Gutachten, Vergleichsobjekte) und hat mit mehreren Interessenten eine ganz andere Ausgangslage als ein Verkäufer, der froh ist, überhaupt einen Kaufwilligen zu haben.

Was Sie sich mit einem Makler wirklich einkaufen

  • Marktwertermittlung mit Vergleichsdaten statt Bauchgefühl — bei uns kostenfrei und unverbindlich
  • Aufbereitung: Fotos, Exposé, Grundrisse, Unterlagen aus Grundbuch und Bauakte
  • Sichtbarkeit auf den großen Portalen plus vorgemerkte Suchkunden aus der Region
  • Besichtigungsmanagement und Vorauswahl — Sie öffnen nicht jedem Neugierigen die Tür
  • Bonitäts- und Finanzierungsprüfung der Kaufinteressenten
  • Begleitung von Kaufvertragsentwurf bis Notartermin und Übergabe
Woran Sie einen guten Makler erkennen: Er nennt Ihnen einen begründeten Preis — auch wenn er niedriger ist als Ihre Erwartung —, arbeitet mit schriftlichem Vermarktungskonzept und beantwortet die Frage nach seinen letzten Verkäufen in Ihrer Lage konkret. Seien Sie skeptisch bei Maklern, die Ihren Wunschpreis einfach übernehmen, um den Auftrag zu bekommen.

Rechenbeispiel: Provision gegen Preisdifferenz

Angenommen, Ihre Immobilie ist realistisch 400.000 Euro wert. Beim Privatverkauf sparen Sie die hälftige Verkäuferprovision — je nach Vereinbarung rund 12.000 bis 14.000 Euro. Verkauft der Profi aber durch saubere Preisstrategie und Verhandlung nur drei Prozent besser — 12.000 Euro — ist die Ersparnis aufgezehrt, noch bevor Sie Ihre eigenen Aufwände für Inserate, Unterlagen und Dutzende Besichtigungstermine rechnen. Genau deshalb lautet die richtige Frage nicht „Was kostet der Makler?“, sondern „Was bleibt am Ende netto übrig?“

Häufige Fragen

Kann ich erst privat versuchen und dann einen Makler beauftragen?

Möglich, aber riskant: Ihr Objekt ist dann bereits mit Preis und Fotos in den Portalen bekannt. Ein späterer Neustart mit korrigiertem Preis wirkt auf Interessenten wie ein Makel. Wenn Sie den Privatverkauf testen wollen, befristen Sie ihn selbst — etwa auf acht Wochen.

Was kostet die Wertermittlung bei Trialog?

Nichts. Wir ermitteln den Marktwert kostenfrei und unverbindlich — auch dann, wenn Sie sich danach für den Privatverkauf oder gegen den Verkauf entscheiden.

Wie lange dauert ein Verkauf mit Makler üblicherweise?

Bei realistischem Preis und vollständigen Unterlagen liegen zwischen Vermarktungsstart und Notartermin in unserer Region meist zwei bis vier Monate. Ein überhöhter Startpreis verlängert diesen Zeitraum erfahrungsgemäß deutlich.

Marcel Liebetrau, Director Sales & Real Estate und Geschäftsführer der Trialog Makler Gruppe

Marcel LiebetrauDirector Sales & Real Estate · Geschäftsführer, Trialog Makler Gruppe GmbH

Verantwortet bei Trialog den Immobilienvertrieb — von der Bewertung über die Vermarktung bis zum Notartermin, in Gütersloh, Harsewinkel und der Region OWL.

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Dieser Beitrag gibt Erfahrungswerte aus der Vermarktungspraxis wieder; Ergebnisse hängen von Objekt, Lage und Marktphase ab. Stand: August 2026.